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Mobility Move: Eine Branche steht bereit

03.04.2025 15:29 Uhr | Lesezeit: 2 min
mobility move 25
Blick in eine von drei Ausstellungshallen der zur mobility move gehörenden Fachmesse
© Foto: Sascha Böhnke /Omnibusrevue

Mehr als 1.500 Teilnehmer besuchten seit Dienstagabend die mobility move, die sich längst zu einem der wichtigsten Treffpunkt der Busbranche in Deutschland entwickelt hat.

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Das Forum 1, einer von mittlerweile fünf Konferenzräumen im Estrell Kongress Center Berlin, war zur Eröffnungsrede von VDV-Präsident Ingo Wortmann bis auf den letzten Platz besetzt. Und Wortmann machte dann auch sofort klar, worum es in Berlin gehen würde: „Wir sind hier an einem Ort der Innovationen – und der Modernisierung. Die Transformation der Straßenmobilität lässt sich hier besichtigen. Die mobility move steht für einen Wandel, den wir als Branche gemeinsam gestalten müssen. Wir führen in diesen Tagen in Deutschland die Debatten, die die Mobilität der Zukunft prägen werden. Der öffentliche Verkehr ist kein Luxus, er ist zentrale Daseinsvorsorge – und mehr denn je angewiesen auf Verlässlichkeit, Finanzierung und Fachkräfte.“ Die Veranstaltung hat sich mit 1.500 Teilnehmern, rund 100 Ausstellern, 150 Referenten zum maßgeblichen Branchentreff entwickelt. Die mobility move 2025 steht im Zeichen von Transformation: Die vier Themenschwerpunkte „Personal“, „Autonomes Fahren“, „Digitalisierung im Vertrieb“ und „Infrastruktur“ beleuchteten aktuelle Herausforderungen ebenso wie Zukunftslösungen. Besonders sichtbar wurde dies in den ausgestellten 20 Fahrzeugen, dem zunehmenden Interesse an KI-gestützten Lösungen und der starken Präsenz von über 150 Rednern. 


Zum gerade verabschiedeten gigantischen Schuldenpaket, welches vor Kurzem verabschiedet wurde, sagte Wortmann: „Der Bund hat ein historisches Finanzpaket auf den Weg gebracht – und als Branche arbeiten wir in intensiven Gesprächen daran, dass der neue Koalitionsvertrag auch den öffentlichen Verkehr stärkt. Doch die Realität ist: Die Haushaltsmittel werden knapper, der Verteilungskampf ist im Gange. Die Verkehrsunternehmen bleiben Treiber einer klimafreundlichen Mobilität – aber wir vermissen langfristige Verlässlichkeit. Der gegenwärtige Wandel ist tiefgreifend. Ohne klare Perspektive ist dieser nicht zu bewältigen.“

Wie wichtig eine gesunde, tragfähige wirtschaftliche Basis für den Wandel hin vom Diesel- zum elektrobasierten Busverkehr, zeigte sich auch bei den ausgestellten Bussen. Längst haben die Bushersteller das Projektstadium verlassen und arbeiten an einer Erhöhung der Reichweiten durch immer mehr Effizienz, durch eine Verbesserung der Batterietechnologie, durch neue Materialien aber auch durch den Einsatz von Betriebsstoffen wie Wasserstoff. Dass es diese Technik nicht zum Nulltarif gibt, hat auch die Politik verstanden, die, so war es in zahlreichen Redebeiträgen zu hören, allerdings auch die Rahmenbedingungen dafür schaffen muss, dass die Kosten in sämtlichen betroffenen Bereichen sinken. Eine dauerhafte Subventionierung schafft keine Nachhaltigkeit, Fördermillionen werden nie mehr als einzelne hell leuchtende Strohfeuer entfachen können. Wichtig sei eine stabile und vor allem kostengünstige Energieversorgung im Land, wichtig sei eine umfassende Entbürokratisierung um letztlich mit einem attraktiven Standort punkten zu können. 


Der Mangel an Fahrpersonal, Ingenieuren und IT-Fachkräften wird zur strukturellen Bedrohung. 100.000 Busfahrer sind branchenweit für Deutschland unterwegs – weitere 20.000 könnten sofort eingestellt werden. Die mobility move adressiert diese Herausforderung mit eigenen Programmteilen zur Personalgewinnung, flankiert von modernen Weiterbildungsangeboten der VDV-Akademie und digitalen Rekrutierungsplattformen. VDV und ver.di haben jüngst ein gemeinsames Zielbild für den ÖPNV bis 2035 vorgelegt, das auch hier diskutiert wird.

Autonomes Fahren, KI-basierte Lösungen und moderne Vertriebssysteme prägen die Vorträge und Ausstellungen in drei Hallen auf 7.500 Quadratmetern Fläche. Dabei steht das Deutschland-Ticket weiter im Fokus – mit rund 14 Millionen Abonnements ein Erfolg, dessen Finanzierung jedoch weiterhin ungeklärt ist. Wortmann betont: „Wir sehen hier, was alles schon bald möglich ist – oder bereits marktreif. Ohne Planungssicherheit bei Preis und Förderung bleibt das Zukunftspotenzial begrenzt.“ Gleichzeitig gewinnt das Autonome Fahren im öffentlichen Verkehr an strategischer Bedeutung: Der VDV fordert eine konsequente Ausrichtung SAE Level 4, die bereits heute in klar definierten Betriebsbereichen technologisch einsatzbereit sind. „Für einen Markthochlauf der entsprechenden Shuttles braucht es Rückenwind aus Berlin, dann kann ein interationaler Leitmarkt entstehen – Made in Germany“, so Wortmann. Das Ziel ist, ein flächendeckendes, barrierefreies und bedarfsgerechtes Angebot mit automatisierten Fahrzeugen zu schaffen – auch als Antwort auf den Fachkräftemangel. „Jeder Euro, der in autonome ÖPNV-Flotten investiert wird, stärkt die deutsche Fahrzeugindustrie durch Know-how-Aufbau und neue Produktionskapazitäten. Wir sehen im ÖPNV den zentralen Innovationstreiber für das Autonome Fahren in Deutschland“, so der VDV-Präsident.


Die mobility move ist eine Initiative von VDV und DEVK, veranstaltet vom Forum für Verkehr und Logistik mit der VDV-Akademie.

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