Um es bereits vorwegzunehmen: Die Änderungen können sich sehen, bedienen, vor allem aber fahren lassen. Man kann es bereits auf den ersten Blick erkennen: Auch ein Van Hool Reisebus der jüngsten Generation ist ein typischer Vertreter seiner Art. Also quadratisch, praktisch, männlich. Da irritieren keine übertriebenen Rundungen und keine dem Zeitgeist geschuldeten scharfen Ecken und Kanten. Ein Van Hool steht seit Urzeiten für Geradlinigkeit, er will ein Bus sein, ein Bus, einfach eben ein Bus. Und das schafft auch die Baureihe TX. Obwohl es dem Designer besonders an Front und Heck gelungen ist, einen Hauch von filigraner Finesse in die geraden Linien zu zaubern, lassen sich auch Van Hools neueste Babys schon von Weitem auf der Straße als ebensolche identifizieren, kaum ein anderer Bus stemmt sich so konsequent in die Landschaft.
Die Begegnung der anderen Art Am Heck hat nun eine polierte Edelstahlleiste Einzug gehalten, die Bestandteil des neuen Lüftungssystems ist. Überhaupt hat das Heck die stärksten äußerlichen Änderungen erhalten. Sehr schön angepasst wurden die neuen Rückleuchten. Vorbei die Zeiten der beiden quadratischen Boxen, den neuen Leuchten sieht man ihre designerische Handschrift einfach an. Nur kurz erwähnt sei an dieser Stelle, dass die Heckbeleuchtung komplett in LED-Bauweise ausgeführt ist. Insgesamt ist die TX-Baureihe bereit für die Aufnahme der künftigen Euro-6-Motoren, die bekanntermaßen deutlich mehr Kühlbedarf haben.
Nachdem der TX nun gebührend von außen beschaut wurde, wird es Zeit, an Bord zu gehen. Bei einem Van Hool ist das stets ein besonderes Erlebnis, denn hier paart sich Praxistauglichkeit mit einem Hauch von Luxus. Letzterer hat in dem von uns gefahrenen Bus deutlich zugelegt. Wer es nicht sieht, wird es spätestens nach dem Platznehmen auf den hauseigenen neuen Grand Luxe-Sitzen spüren. Diese Sitze wurden gegenüber ihren Vorgängern beim Seitenhalt verbessert, zudem ist die Rückenlehne in der Länge gewachsen. Wenn der Busunternehmer ein geschicktes Händchen bei der Farbwahl beweist, dann schafft er wie im Testbus eine lichte, farblich-harmonische Abstimmung, die kaum an einen Van Hool erinnert. Denn seien wir mal ehrlich, ein bisschen finster ging es früher schon zu. Denn nur allzu oft wurden dunkle Farben in Verbindung mit den geschlossenen Gepäckablagen verbaut. Die gibt es natürlich immer noch, doch sie wurden um vier Zentimeter in der Höhe gekürzt. Für das übliche Handgepäck wie Jacken, Schirme oder kleine Handtaschen reicht das immer noch locker, der Effekt ist aber verblüffend: Denn die Sicht nach außen und nach vorn verbessert sich deutlich. Wenn dann noch wie in unserem Fall, das Glasdach geordert wird, steht einem vollendeten Seh-vergnügen nichts mehr im Weg. Neu sind auch die Service-Sets. Neben den üblichen Bedienelementen gibt es einen in unterschiedlichen Farben leuchtenden Ring, der auch als Signallicht genutzt werden kann.
Van Hool TX16 Astronef


Intuitive Steuerung über die Multifunktionskonsole
Was nützt die beste Sicht, wenn es mit der Temperatur nicht klappt. Hier hat sich Van Hool eine Temperatursteuerung in unterschiedlichen Klimazonen einfallen lassen. Gleich zwei Temperaturfühler messen die Werte und passen beispielsweise vorgewählte 21 Grad gleichmäßig über die gesamte Fahrzeuglänge an. Außerdem wurde die Klimaanlage in Zusammenarbeit mit Eberspächer, der sie liefert, in ihrer Bauweise optimiert und angepasst. Testen konnten wir das Ganze leider nicht, bei minus acht Grad Celsius konnten lediglich die neuen Seitenwandheizer beweisen, dass ein Bus auch ohne die bekannten Knack-, Knarz- und Knistergeräusche warm werden kann. Einen Van Hool zeichnet seit jeher aus, dass der Kunde sich so gut wie alle nur erdenklichen Einbauten wünschen kann, die dann auch maßgeschneidert angefertigt werden. Im Vorführbus war eine Podestküche verbaut, die über einen großen Bedientisch mit eingelassenem Spülbecken und eine Gläserhalterung verfügte. Neben der TM-Kaffeemaschine sitzt eine Mikrowelle, gegenüber hat eine Espressomaschine ihren nahtlos integrierten Platz. Das alles sieht gut aus und klingt auch toll, ist aber noch gar nichts im Vergleich zu dem, was die belgischen Bus-Experten sonst noch draufhaben, Individualität ist kein Schlagwort, sondern Tatsache und daran soll sich laut Van Hool auch beim TX nichts ändern. Ein absolutes Highlight hält die TX-Baureihe für den Fahrer bereit, denn das Cockpit ist nicht wiederzuerkennen. Statt eckigem 80er-Jahre-Charme dominieren nun sanfte Rundungen, auch bei Van Hool ist nun das Thema Ergonomie angekommen. Natürlich sitzen die üblichen Schalter dort, wo man sie auch vermuten würde und die Sicht auf die Anzeigen ist vorbildlich, darüber hinaus aber hat sich der Hersteller noch so manch praktisches Detail einfallen lassen. Da wäre zum Beispiel die neue Multifunktionskonsole mit dem großen Drehrad in der Mitte. Über diese Konsole lässt sich unter anderem, und das soll hier besonders erwähnt werden, auf einfachste Art und Weise die Klimatisierung des gesamten Fahrzeuges regeln – und zwar intuitiv! Wer ist nicht schon verzweifelt beim hoffnungslosen Drücken unterschiedlichster Knöpfe der unterschiedlichsten Klimacenter. Glücklich der, dem es gelang, die Temperatur einigermaßen im Griff zu haben. Das Van Hool-Konzept überzeugte uns durch einfache Symbolik und einfachste Bedienung lediglich über den großen Drehknopf. Genauso einfach wie die Klimabedienung gestaltet sich auch die Spiegelverstellung. Auch sie erfolgt über die Multifunktionskonsole. Etwas Besonderes ist übrigens die Regelung der Innenbeleuchtung. Insbesondere, wenn sie über die Farbwechsel-Variante verfügt. Dann kann nämlich der Fahrer zum Licht-Jockey mutieren. Auf www.bustv.de können Sie übrigens das Ganze in Aktion erleben.