RDA-Präsident Benedikt Esser hat in der Sitzung des Tourismusbeirates des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz am Montag, 10. Oktober, die fehlende Ladeinfrastruktur für eine kommende Generation von Elektro-Reisebusse angemahnt. Dabei betonte Esser im Tourismusbeirat, dass die „Ladepunkte dort geplant werden müssten, wo der Reisebus schon heute reisebedingte Standzeiten aufweist, etwa an Hotel- und innerstädtischen Busparkplätzen“. Da es vielerorts in Deutschland und Europa bereits an innerstädtischen Busparkplätzen mangele, müsse das Problem der fehlenden Ladeinfrastruktur für Reisebusse mit Blick auf die langen Planungs- und Umsetzungszeiten vordringlich behandelt werden, forderte der Präsident des Internationalen Bustouristikverbandes RDA.
Auch auf die Situation, dass steigende Corona-Infektionszahlen erneute Schutzmaßnahmen notwendig machen könnten, ging Esser in der Sitzung ein. Für diesen Fall forderte der RDA-Präsident ein einheitliches Vorgehen der Länder bezüglich der Reisebusverkehre. Es dürfe in keinem Fall wieder zu einem praxisfernen Flickenteppich unterschiedlicher Coronaschutzmaßnahmen der Länder für Reisebusverkehre kommen. Esser bat daher die Vorsitzende des Tourismusbeirates und Koordinatorin für Tourismus, Claudia Müller, einen „solchen Flickenteppich durch frühzeitige Abstimmung mit den Ländern und ein koordiniertes Eingreifen des Bundes zu verhindern“.
Unsicherheiten beim Blick auf die Saison 2023
Bezüglich der Erwartungen für die kommende Reisesaison wies der RDA-Präsident auf die nicht einschätzbaren Auswirkungen des Ukrainekriegs, der Energiepreisverteuerung und der hohen Inflation auf das Buchungsverhalten der Busreisegäste im Jahr 2023 hin. Es sei sehr schwer vorherzusagen, „ob und welche Busreiseumsätze im nächsten Jahr im Vergleich zum Vorjahr zurückgingen“. Esser führte dabei Zahlen des aktuellen RDA-Branchenbarometers an, wonach der überwiegende Teil der antwortenden Unternehmen einen Umsatzausfall von bis zu 40 Prozent befürchte. Laut Esser könnten die „von der Corona-Pandemie ausgezehrten Unternehmen kriegsbedingte Umsatzausfälle dieser Größenordnung im nächsten Jahr ohne weitere staatliche Hilfen kaum kompensieren“.